Augmented Reality im Marketing. Das sollten Sie wissen bevor Sie eine AR Anwendung in Auftrag geben.

Augmented Reality weckt ein großes Interesse bei Konsumenten. 44% der Deutschen kennen AR.* Das ist der Grund dafür warum sich Marketing Manager mit der Technologie befassen müssen. Das schlimmste aber was man in der Situation machen kann ist einfach irgendeine „AR App“ herauszubringen. Wenn man es dagegen richtig anstellt, dann wird AR zu einem der mächtigsten Werkzeuge in der Präsentation von Produkten, in der Kommunikation oder im Service.

Die folgenden 5 Punkte zeigen worauf es bei der Entwicklung einer AR Anwendung wirklich ankommt.

 

1. Es muss einen echten Grund für den Einsatz von AR geben

Augmented Reality bedeutet auf Deutsch erweiterte Realität. Die AR Technologie ermöglicht somit die Ergänzung oder Erweiterung der aktuellen, realen Situation durch zusätzliche digitale Informationen und Objekte. Bei der Entscheidung für den Einsatz von AR muss man also überlegen welche Situationen überhaupt ergänzt werden sollen und zu welchem Zweck. Was soll die Erweiterung dem Nutzer bringen?

Die Einblendung eines 3D Smartphones über einer Smartphone Print-Anzeige macht zum Beispiel wenig Sinn. Die meisten Menschen können sich ein Smartphone in Natura sicherlich vorstellen. Die Qualität der Textur eines 3D Models wird niemals an die Qualität der abgedruckten Darstellung anknöpfen können. Kein Vorteil also.

Die dreidimensionale Darstellung eines verpackten Produktes wie z.B. einer Kaffee Maschine beim Discounter oder eines zusammengesetzten Lego Models über der Verpackung macht dagegen Sinn. Der Discounter hat weniger offene Kartons und spart dadurch Retouren-Aufwände und der Spielzeughersteller sorgt dafür, dass vor dem Kauf jegliche Unsicherheit bzgl. Größe und Beschaffenheit erlischt.

Es gibt unzählige Bereiche in denen Augmented Reality in der Zukunft zum alltäglichen Bestandteil wird. Es ist wichtig zu verstehen, dass AR die Möglichkeit der direkten und vor allem kontextabhängigen Interaktion mit dem Umfeld schafft. Ich kann also dem Kunden an bestimmten Stellen gezielt nützliche Informationen, die mit der Umgebung verschmelzen zeigen. Manchmal ist es sogar besser auf 3D Darstellungen zu verzichten und stattdessen leichtverständliche aber höchst präzise Informationshäppchen zu servieren.

Der Grund für den Einsatz von AR muss für den Kunden also nachvollziehbar, verständlich und vor allem relevant sein. Ist dies nicht der Fall, dann wird für den Kunden bereits der Aufwand eine App zu starten zu groß sein – der Abbruch ist die Folge.

 

2. Die Wahl der richtigen Plattformen

Augmented Reality Anwendungen sind meistens Apps, die für verschiedene Betriebssysteme konzipiert sind. Die meisten kennen Apple iOS oder Android von Google. Es gibt aber auch noch zahlreiche weitere Systeme, die z.B. für AR Brillen konzipiert sind. In den wenigsten Fällen wird man eine Anwendung für alle möglichen Betriebssysteme entwickeln wollen. Das wäre sehr kostenintensiv und machte keinen Sinn.

Es ist zwingend notwendig die Plattformfrage in Abhängigkeit von der Zielgruppe und dem Anwendungsbereich zu beantworten. Wenn man große Mengen von Usern erreichen will und auf die größtmögliche Kompatibilität setzt dann ist die Wahl der Smartphone-Plattformen iOS und Android die richtige Wahl.

Hier sollte man dennoch vorsichtig sein. Apple und Google haben 2017 eigene AR Frameworks, Apple ARKit und Google ARCore eingeführt. Diese sind zwar leistungsfähig aber erstens nicht Plattformübergreifend einsetzbar und andererseits laufen sie nur auf den neusten Geräten. Im Smartphone und Tablett Bereich stellen Frameworks wie Wikitude, PTC oder Craftar eine gute Alternative dar. Sie verfügen über SDKs für beide Plattformen und der produzierte AR Content ist auch plattformübergreifend einsetzbar. appear2media hat auf Basis dieser Frameworks übrigens ein universelles Framework zur Verfügung gestellt.

Für den experimentellen Maintanance- oder Logistikbereich oder für Messen und Events eignen sich sicherlich AR HUDs – Head up Devices, also AR Brillen. Neben den ganz bekannten Brillen wie HoloLense gibt es auch noch z.B. Vuzix oder ODG. Die Zielgruppe dieser Plattformen ist eher klein aber sehr hoch spezialisiert. Die Auswahl der Plattform ist entscheidend da hier die Rahmenparameter wie Zielgruppe, Anwendungsziel, Entwicklungsumgebung, Anwendungsart und Ort, Nutzungsdauer und Geräteklassen berücksichtigt werden.

 

3. Die richtigen AR App Funktionen

Die AR App ist quasi der Container für die AR Funktionalität. Die AR Funktionen hängen eigentlich vor allem von dem produzierten AR Content ab. Dennoch muss die App so gestrickt sein, dass sie die wichtigsten Funktionen möglichst elegant erklärt und alle rechtlich notwendigen Funktionen abdeckt. Für diesen Zweck eignen sich natürlich sehr gut AR White Label Apps. Sie sind bereits funktional vollständig entwickelt und werden nur individuell gebrandet. Damit steht der AR App Container in kurzer Zeit bereit.

Wichtiger Tipp: Egal welche App, auf welcher Plattform Sie in Auftrag geben, es ist elementar wichtig, dass der AR Content dynamisch in die App eingespielt und ausgetauscht werden kann ohne App Updates machen zu müssen.

 

4. Ständige Weiterentwicklung

Eine AR Anwendung ist eigentlich niemals fertig. Einerseits entwickeln sich Hardware und Betriebssysteme immer weiter und andererseits erkennen Sie mit der Zeit durch Auswertung der Trackingdaten was Ihren Zielgruppen gefällt und was weniger. Im Grunde fängt die Arbeit nach der initialen Erstellung einer AR App erst an. Es ist ein iterativer Prozess, der möglichst geplant und strukturiert ablaufen sollte.

Planen Sie für die Wartung und die inhaltliche Optimierung der AR Apps Minimum 8 Entwickler-Manntage pro Plattform pro Jahr ein.

 

5. Wofür ist eigentlich die AR App gedacht?

Augmented Reality Anwendungen sind kein Selbstzweck. Der Nutzer ist zwar zuerst neugierig, was er zu sehen bekommt. Das Interesse lässt aber schnell nach wenn er nicht versteht für welchen Zweck die App zur Verfügung gestellt wurde. Die Anwendung und Verwendung der AR Technologie muss einen konkreten, übergeordneten Nutzen haben.

Wenn man dem Nutzer eine App als die neue AR App der Firma XY anpreist dann hat er eine bestimmte Erwartungshaltung, die sicherlich mit dem Produkt bzw. Serviceangebot des Unternehmens zu tun hat. Auch wenn die Erwartungshaltung des Nutzers bezogen auf das durch die App stiftende Erlebnis erfüllt werden kann wird er die App nicht häufig starten.

Anders ist es wenn man dem Kunden AR Anwendungen zur Verfügung stellt, die direkt klar machen wozu sie eigentlich entwickelt worden sind. Augmented Reality Übersetzer, die in Echtzeit fremde Buchstaben in vertraute Worte umwandeln, Augmented Reality Auto Konfigurator Apps, mit dem die Zusammenstellung des Wunschautos auf dem Küchentisch oder in original Größe möglich ist oder z.B. die berühmte PosterCam App von CinemaxX, die zu jedem Filmplakat einen Trailer zeigt.

Die Klett Augmented App von Klett Sprachen ermöglicht es auf jeder Seite der über 500 Klett Sprachbücher die richtige Aussprache zu hören. Zu diesem Zweck wurde sie entwickelt.

Es gibt noch sehr viele weitere Faktoren, die berücksichtigt werden sollten. Die oben genannten Faktoren bieten aber eine gute Hilfestellung für die Diskussionsgrundlage bei der Auswahl von AR App Anbietern.

appear2media bietet AR Apps für die große Maße der Nutzer. Mit über 120 erfolgreich abgeschlossenen AR Projekten zählt sie zu Europas führenden AR Anbietern. Ihr Portfolio enthält sowohl AR Custom Apps als auch das bewährte AR White Label System actionList, das von den größten Medienhäusern aber auch von einigen DAX 30 Unternehmen eingesetzt wird.

Wir beraten Sie gerne – wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.

* Quelle: Splendid Research 2018